Kategorie: Lyrik – Gereimtes | Ungereimtes

Frühmorgens

Frühmorgens

Nebel frisst Haus um Haus unersättlich …   Auch in mir spüre ich ihn höre ihn fressen genussvoll schmatzende Stille, die mich fesselt an meine Müdigkeit   Langsam lässt er dumpfen Kopfschmerz schwellen bis die Gedanken über die Schwelle der Dumpfheit stolpern   Nebel Die Dachziegel des Nachbarn erblassen

telefon

telefon

nach endlosen letzten schritten den schweren hörer wie festgeklebt am ohr tropfen die neun ziffern träge aber unaufhaltsam aus meinen fingerspitzen auf schweißnasse tasten und schaffen platz   für die angst die die sorgsam zurechtgelegten worte wieder ausradiert

dein blick

dein blick

dein blick macht mich blind ich kann nicht mehr sehen nur dich möchte dich halten in meinen armen und an mich drücken fest in mich hinein dass du mein herz wirst mein neues herz das alte zu ersetzen das längst dir gehört

Der neben mir

Der neben mir

Das Gewicht der Nacht lastet auf meinen Augen die standhalten müssen um alles aufzunehmen was der neben mir befiehlt Die Nacht drückt schwer und der versäumte Schlaf treibt mit einem Knüppel aus Stahl – 7,62 mm – den Gedanken durch mein Gehirn: ich kann nicht mehr – und der neben mir befiehlt Zwei Hände stolpern …

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Siesta

Siesta

Straßenstaub, rastlos fremd im schlafenden Mittag. Die einsame Pflanze sucht verdurstend den eigenen Schatten. Gesplitterte Flaschen träumen vom verblichenen Abend, als sie den Wein vergossen, der sie erfüllte. Die Wände der Häuser verschließen die Augen. Bröckeln, das einst Fassade war. Ahnungen von Farbe; weiß wie der Tod aus der Sonne. Gagliano, 02.10.1986